Welche Gesteine werden für Grabmale verwendet?
| Gestein | Eigenschaften | Pflege | Preis ab (Allianz) |
|---|---|---|---|
| Granit und andere Hartgesteine | sehr hart, frostfest, polierbar, viele Farben | gering | ab 2.000 € |
| Sandstein | weicher, warm im Farbton, gut zu bearbeiten | altert sichtbar, Moos möglich | ab 2.000 € |
| Kalkstein | hell, gleichmäßig, weicher als Granit | empfindlicher gegen saure Reiniger | ab 1.500 € |
| Marmor | edel, feine Zeichnung | im Freien empfindlicher | ab 2.000 € |
| Holz | warm, vergänglich | regelmäßige Pflege | ab 3.600 € |
| Kunststein | gegossen, günstig | je nach Produkt | ab 300 €, auf vielen Friedhöfen unzulässig |
Stand 09/2026. Preise: Allianz (08/2026), Richtwerte ab. Eigenschaften allgemein, im Einzelfall beim Betrieb erfragen.
Was ist auf den Friedhöfen in der Region erlaubt?
Naturstein ist überall zulässig. Ersatzstoffe wie Kunststoff, Glas oder Betonwerkstein schließen mehrere Satzungen ausdrücklich aus.
- Chemnitz, Städtischer Friedhof: nur Naturstein, Holz und geschmiedetes oder gegossenes Metall
- Plauen, kommunale Friedhöfe: nur Naturstein, Holz und Metall durch zugelassene Betriebe; grellweiße und tiefschwarze Steine sowie findlingsähnliche, bruchraue Steine grundsätzlich unzulässig; Politur nur für Schrift und Ornamente
- Görlitz: Naturstein, Holz und Metall; Kunststoff, Terrazzo, Gips, Glas, Blech und Porzellan unzulässig
- Cottbus: kein Glas, kein Betonwerkstein, kein Kunststoff; keine gespaltenen, gesprengten oder bossierten Grabmale, keine aufdringlichen Farben
- Bautzen: insbesondere Naturstein, Holz, Schmiedeeisen und Bronze
Die vollständigen Regeln stehen in der jeweiligen Satzung. Einen Überblick gibt der Ratgeber Friedhofssatzung und Genehmigung.
Gibt es Grabsteine aus Sachsen?
Ja. Sachsen hat eine lange Natursteintradition, etwa mit Lausitzer Granodiorit, Elbsandstein und Rochlitzer Porphyr.
- Lausitzer Granodiorit: hellgrau, mittelkörnig, aus der Gegend um Demitz-Thumitz, Bautzen, Kamenz und Bischofswerda. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auch für Grabsteine und Einfassungen üblich. Der Werksteinabbau in Demitz-Thumitz endete 2003, kleinere Betriebe fördern weiter.
- Elbsandstein: aus dem Elbtal zwischen Pirna und Böhmen, mit Sorten wie Cottaer, Reinhardtsdorfer und Postaer Sandstein. Verbaut unter anderem im Dresdner Zwinger und in der Frauenkirche.
- Rochlitzer Porphyr: rötlicher Tuff vom Rochlitzer Berg, seit 2022 als Heritage Stone der IUGS anerkannt und bis heute abgebaut.
Ob ein regionaler Stein für Ihr Grabmal verfügbar ist, kann Ihnen der Betrieb sagen. Weichere Gesteine wie Sandstein brauchen auf manchen Friedhöfen eine größere Mindeststärke.
Wie wichtig ist die Herkunft des Steins?
Viele Grabsteine werden importiert. In Brandenburg dürfen Friedhöfe nach § 34 BbgBestG verlangen, dass Natursteingrabmale nachweislich ohne schlimmste Formen von Kinderarbeit hergestellt wurden. Als Nachweis dienen eine lückenlose Dokumentation der Herstellung in der EU, im EWR oder in der Schweiz oder ein Zertifikat einer unabhängigen Organisation. Die Friedhofssatzung von Cottbus enthält diese Regel. In Sachsen sieht die Musterfriedhofsordnung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in § 24a ein Verbot von Grabmalen aus ausbeuterischer Kinderarbeit vor; ob es auf einem bestimmten kirchlichen Friedhof gilt, hängt von dessen Ordnung ab. In den städtischen Satzungen in Sachsen, die wir ausgewertet haben, fehlt eine solche Vorgabe. Fragen Sie den Betrieb nach der Herkunft, wenn Ihnen das wichtig ist.
Wie stark muss ein Grabstein sein?
Die Satzungen schreiben Mindeststärken vor, damit ein Stein standsicher ist. In Freiberg sind es 12 cm bei 0,40 bis 0,70 m Höhe, 14 cm bis 1,00 m und 16 cm bis 1,50 m. Plauen verlangt 12, 14 und 16 cm bis 70, 100 und über 100 cm Höhe, Riesa in Feldern mit zusätzlichen Vorschriften 15 bis 18 cm. Für Holzgrabmale gelten eigene Werte, in Riesa mindestens 6 cm. Weichere Gesteine brauchen oft mehr Stärke als Granit; der Betrieb richtet das Maß nach Gestein und Satzung aus.
Welche Oberfläche passt?
- Poliert: glänzend, Farbe kommt stark zur Geltung, pflegeleicht. Auf manchen Friedhöfen nur für Schrift und Ornamente erlaubt.
- Geschliffen oder gestrahlt: matt, ruhig, wirkt natürlicher
- Handwerklich bearbeitet (gespitzt, gestockt, scharriert): lebendige Oberfläche, oft in Gestaltungsabteilungen gewünscht
- Bruchrau oder gespalten: naturnah, auf einzelnen Friedhöfen jedoch nicht zulässig
Lassen Sie sich im Betrieb Muster zeigen. Wenn Sie Ihre Vorstellungen in der Anfrage beschreiben, kann der Betrieb passende Steine vorauswählen.
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Häufige Fragen
Welcher Grabstein hält am längsten?
Hartgesteine wie Granit gelten als besonders witterungsbeständig und pflegeleicht. Auch Sandstein kann Jahrzehnte überdauern, altert aber sichtbarer.
Darf ich einen Findling als Grabstein nehmen?
Das hängt vom Friedhof ab. Auf den kommunalen Friedhöfen in Plauen sind findlingsähnliche, unbearbeitete Steine grundsätzlich unzulässig, in Cottbus gespaltene oder bossierte Grabmale. Fragen Sie vorher nach.
Ist ein Grabstein aus Holz möglich?
Auf vielen Friedhöfen ja, etwa in Chemnitz, Görlitz und Bautzen. Holz ist aber vergänglicher und braucht Pflege. Laut Allianz beginnt ein Holzgrabmal bei etwa 3.600 Euro.
Wie reinige ich einen Grabstein richtig?
Mit klarem Wasser und einer weichen Bürste. Scharfe oder saure Mittel und Hochdruckreiniger können die Oberfläche angreifen, vor allem bei Kalkstein, Marmor und Sandstein.